Monatsarchiv: Januar 2010

Eine Katze im Motor

Unscheinbar und unschuldig stand er auf Mobile.de. Ein weißes Mercedes T-Modell, welches in 1985 das Licht de Welt erblickte, in augenscheinlich ordentlichem Zustand. Auf den ersten Blick wirke der Zusatz „Festpreis“ abschreckend, aber ein echter Benztown-Beduine lässt sich davon nicht entmutigen. Zu viert trat man die lange und beschwerliche Reise ins ferne Fellbach an, um das „Baby“ gekonnt zu diagnostizieren. Im Motorraum schien eine Katzenfamilie zu hausen, so ruhig und entspannt schnurrte der Motor. Um den Mercedes auch gekonnt noch von seiner Unterseite in Augenschein nehmen zu können, wurden keinen Mühen gescheut – einige nette Kollegen der Zeugma Automobile stellten ihre Hebebühne bereitwillig zur Verfügung und standen darüberhinaus noch mit autospezifischen und interessanten politischen Fachsimpeleien großzügig zur Seite. Nach erfolgter Probefahrt waren sich die beiden weiblichen Beduinen einig: Dieser oder keiner sollte es sein.
Die netten Kollegen von Zeugma Automobile zeigten ebenfalls viel Herz und unterstützten die Rallye indem Sie den Beduinen preislich entgegenkamen und allerlei nützlich Tipps für die Reise bis in die Türkei parat hatten. Einen Satz Ersatzreifen gibt es zudem noch obendrauf.
Die Flotte der Beduinen ist damit auf stolze 4 Fahrzeuge angewachsen – zwei Bolligen fehlen noch zur Vollzähligkeit. Da auch alle anderen Projekte große Fortschritte vermelden, wächst die Vorfreude jeden Tag….

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Ein Kaminfeuer im Wüstensand

Pascals und Christophs W124 war der erste Bolide im Rennstall der Benztown-Beduinen. Genau genommen befindet er sich seit er 1990 aus dem Werk Sindelfingen abgeholt wurde in der Familie, und hat seine Passagiere jeden einzelnen der inzwischen 370.000 km entspannt lächelnd und ohne nennenswerte Reparaturen ans Ziel gebracht. Denn wie ein höchst verständiger Autor im Youngtimer Magazin einst sehr trefflich formulierte: Wenn draussen ein Schneesturm peitscht, dann kann einem dieses Fahrzeug das Gefühl vermitteln dass im Handschuhfach ein Kaminfeuer prasselt.

Seine neue Bestimmung hat er aber erst erfahren, als die Idee der Teilnahme an der Rallye Allgäu-Orient geboren wurde. Im Moment überwintert er in der Scheune auf dem Dorf, genießt die Ruhe und Idylle im Voralpenland bevor es ein letztes mal auf große Fahrt geht – während in Berlin an seinem neuen Design getüftelt wird. Man darf gespannt sein. Nur auf eines nicht: Stehen bleiben wird er nicht. Er wurde ja die letzten 20 Jahre nichts weiter als sorgfältig eingefahren.

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Startschuss: Benztown-Vierzylinder on the road!

Der 230 TE ist endlich in der Rallyestadt Stuttgart angekommen!

Trotz Startschwierigkeiten (Daimlers 5.tes Orgelkonzert) meisterte er die ersten Einhundertdreiundzwanzig-Ich-werde-ein-Rallyefahrzeug-Vorbereitungs-Kilometer tadellos!  Es ist schon erstaunlich:  Kaum waren fünf Liter feinster Superkraftstoff eingefüllt, verstummte das Gurgeln aus dem Motorraum und unser Baby sprang direkt an.  Die winterlichen Temperaturen konnten ihm auf der Reise ins Schwabenland nichts anhaben, der Vierzylinder schnurrte dahin und zeigte beim Überholen in Form von 132PS mächtig die Krallen.

Hier die feierliche Übergabe bei Horvath Automobile in Mannheim.

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Wir rollen auf die Startbahn

Spät gestartet, aber schnell Fahrt aufgenommen. Die Teams der Benztown-Beduinen rollen auf die Startbahn. Was nicht generalstabsmäßig geplant ist, wird intelligent improvisiert. In der vergangenen Woche überschlagen sich nicht die Rallye-Wagen, aber die Neuigkeiten. Immer mehr Daimler-Oldies im Teamfuhrpark, immer mehr Sponsoren, die unser Konzept gutfinden und uns unter die Arme griefen wollen. Die Medien klopfen an. Das Team ist top-motiviert. Ehrgeiz keimt auf, Strategiediskussionen des Küchenkabinetts. Wie schlagen wir den Rest des Feldes und holen das Kamel nach Stuttgart-City?

Mehr bald hier.

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Zuwachs für die Teufelskerle

Was haben wir für Schrott gesehen! Leckende Motoren, geborstene Zylinderköpfe und Blech, das bei der kleinsten Berührung durch unsere Finger rieselte wie der Wüstensand Jordaniens an einem besonders trockenen Tag.  Jetzt aber ist es vollbracht. Team 2 der Benztown-Beduinen hat ein neues Fahrzeug und ist damit zu zwei Dritteln motorisiert.

Wobei es eigentlich falsch ist, bei dem Daimler von Christian und Walther von einem „neuen Fahrzeug“ zu sprechen. Immerhin hat das T-Modell knapp 400.000 Kilometer auf dem Tacho und rostet an allen Rändern.  Die Niveauregulierung ist irgendwann im Verlauf der vergangenen 17 Autojahre unwiderruflich in die Knie gegangen und die aufgeklappte Motorhaube klappt ohne Extrastütze so plump auf das Fahrzeugchassis wie unsere Oberlippen auf den Unterkiefer, als wir den Benz zum ersten Mal gesehen haben. Gleich weg also? Wir blieben. Vielleicht eine gute Wahl, denn grundsätzlich sind wir optimistisch. Der 230 TE zeigt auch bei 150 auf der Autobahn keinerlei Macken, der 4-Zylinder schnurrt. Die Bremsen beißen auch im Alter noch zu. Und der Händler – dem Dialekt nach zu urteilen ein echter Mannemer Buwe – war entweder ein guter Schauspieler oder unserer Sache tatsächlich zugetan. Nachdem wir den 230er (Händler: Damals der beste Motor in der Mercedes E-Klasse) jetzt gekauft haben, müssen wir jetzt versuchen, möglichst viel Platz auf seiner braunen Karosserie zu verkaufen – an Sponsoren. Davon mehr beim nächsten Mal.

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