Tête-à-tête mit den Gegnern in Steibis

Der Showndown war es zwar noch nicht. An vergangenen Samstag hatte das Rallyefeld aber zumindest schon mal die Möglichkeit, ihre Angstgegner – die Benztown-Beduinen – zu beschnuppern. Das Allgäu-Orient-OK hatte zur allgemeinen Teamvorstellung in die Festhalle nach Steibis geladen – und die Beduinen folgten dem Ruf nur zu gerne. Tollkühn hatten sich die 10 Teufelskerle und ihre zwei weiblichen Begleiter nebst Fananhang Stunden vor der Zusammenkunft auf tiefverschneiter Strecke ins Allgäu begeben und zwischen Eichelberg und Oberstaufen ihre fahrerischen Künste unter Beweis gestellt. Traumzeiten auf eigentlich verstopften Autobahnen und zielsichere Bergfahrten auf schikanenreichen Landstrassen lassen für die Rallye hoffen. Und auch in der Festhalle stellten die Beduinen ihre mannigfaltigen Fähigkeiten unter Beweis. Sowohl in der Viertelliter- als auch der Halbliterklasse waren sie anspruchsvoll unterwegs. Als sich das wohl größte Stuttgarter Team den Blicken der Gegner stellte und auf der Bühne sein Projekt erläuterte, konnte man in den Augen all jener, die unten saßen, genau die Art von Nevosität und Anspannung erkennen, wie sie für all jene typisch ist, die gerade alle Hoffnung und allen Mut haben fahren lassen. Ob es am überzeugenden Auftritt der Teamleiter Klaus H. und Christoph G. lag, vermochte im Nachhinein keiner mehr genau zu sagen. Ich selbst habe Stunden später allerdings noch mit Augenzeugen gesprochen, die angaben, sowohl durch die physische Präsenz der auf der Bühne stehenden Beduinen, als auch durch die technische Überlegenheit ihrer W 124 Daimler T-Modelle einer tiefen Beklemmung anheim gefallen zu sein, die auch noch Minuten später noch nicht von ihnen gewichen war.
Nun sind Beduinen keine Effekthascher oder Aufschneider, sondern Sportsmänner. Eine Situation der Stärke nutzen sie nicht auf Kosten ihrer Gegener gandenlos aus. Im Gegenteil. Nach ihrem Auftritt zogen sich die Beduinen daher in einen abgelegenen Teil der Halle zurück, und beobachteten die anderen Teams. Diese, das muss eingeräumt werden, hatten auch etwas zu bieten. Während sich die einen wie Derwische auf der Bühne in Stimmung tanzten, überraschten andere mit Lyrik („Das mit dem Bier, das mach ich hier“) oder versuchten ihre Gegner mit Prosa (Welchen Aggregatzustand hat Sch…?) so langsam aufs immer tiefer werdende Niveau zwischen Murmeltier und Hirschgeweih in Steibis einzustimmen. Irgendwann sind die Beduinen dann aufgebrochen, natürlich gut nach Hause gekommen und sind aus dem schönen Allgäu mittlerweile wieder in Stuttgart angekommen. Dort warten sie nun, bis sie Ende April wieder ins Allgäu reisen dürfen, um zu beweisen, was wirklich in ihnen steckt. Bis dann.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Eine Antwort zu “Tête-à-tête mit den Gegnern in Steibis

  1. Fronk

    Herrlich, den Schreiber sollten wir an irgendein Provinzblättchen verkaufen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s