Monatsarchiv: April 2010

Jetzt online! Der erste Benztown-Beduinen Blockbuster; Allgäu-Orient Teil 1

Aus der WDR-Lokalzeit Bonn vom 28.04.2010. Vielen Dank an das Filmteam der Lokalzeit für diesen gelungenen Beitrag. Zum anschauen hier klicken.

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Countdown in Benztown

Die Rallyestreifen des 124’er Mercedes glänzten im Sonnenlicht auf seiner letzten Runde durch Stuttgart und Umgebung, bevor der Allgäu-Orient-Rallye-Startcountdown Freitag abläuft. Auf dem Weg sammelte er bei BOSCH noch schnell ein paar große grüne Kisten mit dem markanten roten Schriftzug ein.  Unsere jordanischen Freunde und die Benztown-Beduinen werden reichlich mit den wohlbekannten grünen Helfern – Elektrowerkzeuge – ausgestattet. Getreu dem  Motto des Hauses „be quick, be better, be Bosch“ legte die nette Kollegin von der Kommunikationsabteilung auch noch zwei Kisten Bosch Kinderspielzeug drauf! Die Beduinen geben – wie immer – ihr Bestes, alles heil nach Jordanien zu bringen. Vielen Dank an BOSCH für die tolle Unterstützung!

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Hellwach am Steuer

Bis kurz vor Startschuss wird bei den Beduinen noch an der Kamel-Gewinn-Taktik gefeilt, um möglichst lange wach zu bleiben für die 6.000 km! Bis zu 14h am Steuer: kein Problem für Beduine Chris, der, als Freund der grobstolligen Zweiräder bekannt, schon so manches Ausdauerabenteuer bestritten hat. Bevor er im August wieder eine Nacht lang Schlaflos im Sattel unterwegs ist, zeigt er der Beduinenkollegin schon mal, wie ein Profi eine Nacht am Steuer durchhält. Denn Energydrinks sind was für Anfänger! Münchhausen zog sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf, ein Beduine zieht sich mit Haaren und Panzertape in die Senkrechte – einnicken wird man dann nur einmal!

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Die Stuttgarter Nachrichten berichten…

Es hätte sicherlich schönere Fotos gegeben, aber der Artikel ist dennoch lesenswert…

hier klicken für gut leserliche PDF-Version

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Treibstoff made in BaWü

So wie die Boliden der Beduinen nur mit allerbestem Superbenzin mit 95 Oktan gefüttert werden,  so wollen auch die Fahrer selber nur den besten Treibstoff konsumieren.

Wie praktisch, dass zwei der besten deutschen Wein- und Sektkellereien aus der Gegend von Benztown kommen und entgegen der gängigen Meinung alles andere als schwäbisch sparsam agierten als man Sie als Sponsor umwarb.

So starten die Beduinen nun bestens ausgestattet mit Weinen, Sekten und Schnäpsen der Privatkellerei Klaus Keicher, ihrerseits ausgezeichnet als beste Sektkellerei Baden -Württembergs und der Weinkellerei Rolf Willy. Vielen Dank!

Natürlich muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Piloten versuchen werden, sich an die in den 14 zu durchfahrenden Ländern geltenden Promillegrenzen zu halten. So wird dann nach langen Tagesfahrten abends das ein oder andere Gläschen Wein oder Sekt kredenzt werden. Prost und vielen Dank an die Sponsoren!

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Hollywood die Zweite…

Die Nachfrage nach abenteuerlichen Geschichten ist auch unter den treuen GEZ-Zahlern aller Altersklassen sehr hoch – nicht verwunderlich also, dass der WDR einen zweiten Termin ansetzte um die kurzweilige Vorbereitung dreier Benztowners in einem spektakulärem Action Blockbuster hollywoodtauglich in Szene zu setzen.

Dabei liessen sich die Beduinen diesmal auch nicht von einer Aschwolke über England abhalten – pünktlich um 13.00 Uhr begann der Dreh bei strahlendem Sonnenschein im wunderbaren Königswinter.  Wir wollen nicht alles vorweg nehmen – schon bald wird die spektakuläre Reportage nämlich auf  dieser Website zum Download bereit stehen.

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Edelgut für die Beduinen – Hofbräu und seine heiligen Hallen

Schon der große Goethe wusste – „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

Stephan von der Hofbräu-Brauerei nahm sich das zu Herzen und bot als einer der ersten Sponsoren, den Benztown-Beduinen, seine göttliche Unterstützung an.

Ohne große Worte und Umschweife fand das Hauptnahrungsmittel der Deutschen und Edelprodukt des Bierbrauers seinen Weg in die Kofferräume zweier tollkühner Benztowners, nachdem diese unerschrocken mit ihren Boliden die Hopfentee-Pforten passierten, um anschließend die heiligen Hallen des scheinbar unerschöpflichen Gerstensaft-Vorrats mit offenen Mündern zu bestaunen.

Mit einem Wink des Freibierscheins holte uns Stephan in die Realität zurück und lotste zu den bereits reservierten Bier-Kästen, die mit Sicherheit dafür sorgen, dass die zu bewältigende Rallye-Strecke nach Jordanien, zumindest zwischen Allgäu und Landesgrenze, nicht zur Durstrecke wird!

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Von wegen schrauben – Rallyefahren ist Bastelarbeit

Ja, wir hatten uns das anders vorgestellt. Wir hatten geglaubt, Rallyfahren bedeutet mit dem 13-Maulschlüssel unter einer triefenden Ölwanne zu liegen, zu fluchen, sich die Finger an rostigen,  tief im Motorraum verstecken Schellen aufzureissen. Wir hatten geglaubt, all das, was uns Generationen von Vätern über berstende Zylinderköpfe, fauchende Kühler und platzende Lenkkopfgetriebe erzählt hatten, sei real. Kurz: Wir hatten geglaubt, allein schon die Vorbereitung für eine Rallye des Kalibers der Allgäu-Orient sei nichts anderes als Blut, Schweiß und Tränen.

Weit gefehlt! Rallyefahren im Zeitalter der weichgespülten Männertypen ist sogar im härtesten Fall der Fälle nichts weiter als Bastelarbeit.  Drei Tage lang – von Samstag bis Montag – haben wir am Wochenende gebastelt:  Gemessen, ausgeschnitten, geklebt. Wir haben auch Kofferräume ausgesaugt, Sitzkissen mit Febrees besprüht, eintrocknen lassen und nachher alles ausgesaugt. Statt Öl zu atmen, haben wir Textil gereinigt.

Wir haben das nicht freiwillig gemacht, aber nachdem sich Schimmel in den Sitzen breit gemacht hatte und uns ein vielversprechend Sponsor von Rallyfolien – sagen wir mal wegen weltanschaulicher Diskrepanzen – abhanden gekommen war, konnten wir gar nicht anders, als uns um die Hygiene- und Designproblematik unserer Boliden selber zu kümmern. Nachdem die Jungs aus der Daimlerwerkstatt in Sindelfingen für uns die Kernerarbeit erledigt hatten (Wir berichteten), blieb uns nicht viel mehr, als uns die Schürze umzubinden und die Bürste in die Hand zu nehmen.

Immerhin wissen wir jetzt: auch Äußerlichkeiten zählen. Mindestens zwei der W-124er Boliden waren nach dem Wochenende nicht wiederzuerkennen.“Rassig“, „stolz“, erhaben“, waren Attribute, die Passanten beim Anblick der Autos staunend über die Lippen brachten. Auf dem stolzen Sechszylinder der Herren Dirk S. und Klaus H. prangen jetzt mattschwarze Zierflächen und waldgüne Rallye-Streifen aus Sicherheitsfolie.  Dass grün gleichzeitig die Farbe der islamischen Welt ist, und bei einer Panne jenseits des Bosporus mit bevorzugter Abschleppung gerechnet werden kann, mag – unbestätigten Berichten zufolge – aber ebenso eine Rolle gespielt haben. Die Piloten des zweiten T-Modells, Christian G. und Walther R. machten es genau andersherum. Um politisch möglicht neutral zu bleiben, beflaggten sie ihren Boliden in Grau-Weiß-Orange.  „Dies Kombination ist überall auf der Welt Zeichen für sportlich ambitioniertes Fahrem auf höchstem Niveau“, so einer der Teilnehmer. „Da wird man von den Einheimischen immer richtig verstanden.“

Zur besseren Verständigung – diesmal nicht mit fremden Kulturen, sondern eher untereinander – haben die Beduinen es dann übrigens doch noch geschafft, Funkgeräte in ihre T-Modell einzubauen. Sie hoffen jetzt, dass die Rallye-Route übers flache Land führt. Denn in den Hügeln Stuttgarts hört man ausser kosmischer Hintergrundstrahlung, bisher eigentlich sonst nichts und niemanden.

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Die Jungs aus der Daimler-Werkstatt und ihr Projekt: Rettet die W-124-Staffel. Die Beduinen bedanken sich.

Wie es dazu kam, dass die sechs fast schon abgehalfterten W-124-Schlachtrösser der Benztown-Beduinen in den blinkenden Hallen des Daimler-Werks in Böblingen landeten, weiß heute keiner mehr so genau.  Irgendwann wurden sie einfach von mehreren Werkern in Blaumännern nach drinnen geschoben. Ein bisschen so wie unbekannte Flugobjekte, die in amerikanischen Spielfilmen im Forschungslabor der Army, erst mal auf außerirdisches Leben untersucht werden müssen.

Außerirdisch war natürlich nichts an den T-Modellen der Beduinen. Nicht von dieser Welt waren sie aber irgendwie schon. Zumindest waren sie nicht aus dieser Zeit. Auf den Typplaketten vorne im Motorraum kleben die Baujahre 1987 – 92, die Vier- und Sechszylinder von damals sind zwar solide, aber aus heutiger Sicht nicht gerade das, was Kenner als sexy Motoren bezeichnen. Einparkhilfen? Navischnickschnack? Elektronik? Fast nichts vorhanden! Dafür im Interieur der Charme der 80er und außen Blech, so dick wie die Kartonierung eines Leiz-Ordners.

Das Problem war nur, dass der Zahn der Zeit seine Spuren teilweise mit ziemlichem Biss im Innenleben der T-Modelle hinterlassen hatte. Bremsen, Lenkgeometrie, Unterbodenschutz, Stabi-Gelenke, Niveau-Regulierung – alles hin.

Ich habe mit den Männern geredet, die die Boliden in ihrem erbarmungswürdigen Zustand zum ersten Mal unter die Lupe nahmen, und ich habe ihren zweifelnden Blick gesehen, als der Rost von Radaufhängungen und Schwellern rieselte, wie der Raureif in einem winterlichen Wald von den Tannen. „Schafft ihr das?“, habe ich sie gefragt. „Kriegt ihr das wieder hin?“ Es wären keine Mechaniker beim wohl schwäbisch-solidesten  Autobauer überhaupt, wenn sie sofort „Ja“ gerufen hätten. Stattdessen war die Antwort: „Schauen wir mal“.

Sechs Wochen später kann ich nur sagen. Die Daimler-Mechaniker haben Wort gehalten: Sie haben „geschaut“ – und zwar sehr genau. In Dutzenden Arbeitsstunden und mit viel eigenem Engagement haben sie aus ziemlichen Wracks Rennmaschinen gemacht, in die wahrscheinlich auch Außerirdische sofort einsteigen würden.  Die Bremsen beißen plötzlich wie Pitbulls, die Kupplung kommt auf den Punkt. Die Ventile klickern wie in einer anderen Umlaufbahn und die Unterböden sind mit soliden Stahlplatten gegen die Unbilden der jordanischen Wüste geschützt worden. Und weil’s so schön ist, haben die T-Modelle gleich noch eine werksseitige Höherlegung spendiert bekommen, die einem heutigen SUV zur Ehre gereichen würde.

Kurz und Gut: Nach einer so guten Vorarbeit, können wir eigentlich gar nicht mehr anders, als die Rallye zu gewinnen. Danke an das Team der Daimler-Schrauber aus Böblingen!

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