Etappe 11-2: Pannen auf dem Mond oder: Die Operation Wuestensturm

Das T-Modell von Dirk und Klaus trotzt dem Wuestensturm


Ziehen wir mal Bilanz: Wir sind mit sechs Autos in Oberstaufen im Allgaeu gestartet, die zwei Monate vor Start alle fast 400 000 Kilometer runter hatten. Die Mechaniker von Daimler in Sindelfingen haben die Wunden der T-Modelle geleckt, und die groesten Narben in Fahrwerk, Chassis und Antriebsstrang sind mittlerweile ausgeheilt. Sie haben gute Arbeit geleistet. Bis Zentralanatolien ist ausser einem geplazten Oelschlauch, geplaetteten Daempfern und einer ausgefallenen Heckleuchte nichts passiert. Gut, da war der Fall des Kosta D. Im jugendlich Ueberschwang slidete unser griechischstaemmiger Nachwuchsfahrer in Montenegro ueber eine spitz zulaufende Betonmauer am Strassenrand und riss den Unterboden seines T-Modells auf. Nur wenige Zentimeter weiter rechts haette es die Olwanne seines T-Modells erwischt. Der Tod eines jeden Autos in so einer Situation. Der Dailmer lebte weiter, und mit ihm der gute Stern ueber uns. Bis, ja bis die jordanische Wueste kam. In ihr steigen die Temperaturen mittags auf deutlich ueber 40 Grad. Windboen peitschen ueber den kargen Landstrich und wirbeln den Staub hoch in die Atmosphaere. Jedes Licht wird erstickt.
Es gibt auf Erden wohl keine unwirtlichere Gegend als diesen Streifen Land, gut 100 Kilometer weg vom Irak und knapp 30 von Saudiarabien. Sand, schwarze Basaltbrocken in Fussballgroesse ueberall und dazwischen eine kleine Strasse, auf der ausser 40-Tonnern und uns nichts faehrt. Um 12 Uhr erreicht der erste Sechszylinder die ungesunde Arbeitstemperatur von 110 Grad und muss einen Gang runterschalten. Um 12.30 Uhr platzt der erste Reifen bei Tempo 100 bei Walther R. und Christian G. Um 13.30 der zweite bei Dirk S. und Klaus H. Immer geht es glimpflich aus. Die Beduinen arbeiten routiniert agieren wie Profis. Radwechsel in einer Minute, vom Meister: Fronk, the Wheelchanger, V. Waehrend seiner Ausbildung zum KfZ-Mechaniker hat er in einem Ostssestaedtchen mal einen Radwechselwettbewerb und ein Autoradio gleich mit dazu gewonnen und diese Routine spielt er jetzt aus. Jeder Handgriff sitzt, und die Beduinen brausen weiter. Andere Teams kaempfen auch mit der fuer Mensch und Maschine hoechst lebensfeindlichen Landschaft. Sie haengen am Strassenrand fest, weil die Benzinpumpe streikt oder die Reifen auf dem Asphalt schmelzen. Weil die jordanische Wuestenpolizei uns an einer Abzweigung falsch ableitet, verlieren wir wichtige Stunden und muessen den geplanten Abstecher in die Suedjordanische Duenenlandschaft abschreiben.
Daher geht es nach zehn Stunden Fahrt dirket nach Wadi Rum einer Oase fast beim Roten Meer. Um neun Uhr Abends, weit nach Anbruch der Dunkelheit, kommen wir an, essen Lamm und Huhn, trinken deutschen Schnaps und warmes Bier und schlafen fest. Unsere Bilanz steht: Alle Autos durch die Wueste gebracht!

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