Team

Die Benztown-Beduinen: 12 waghalsige Piloten mit dem gleichen Ziel

Die insgesamt 12 Startplätze für die beiden Mannschaften Bentzown-Beduinen1 und Benztown-Beduinen2 waren im Nu vergeben. Der Kern der Mannschaft stammt aus Stuttgart oder Umgebung; die restlichen Teilnehmer verteilen sich über die gesamte Republik.

Wir gehen mit insgesamt 6 Autos an den Start – bevorzugt Daimler Klassiker, die vor dem sicheren „Abwracken“ gerettet wurden und im Mittleren Osten einem neuen stolzen Besitzer übergeben werden.

Die Benztown-Beduinen verfolgen alle das gleiche Ziel: Viel Spaß haben, einen guten Zweck unterstützen und, nach Möglichkeit, das Kamel gewinnen.

Die Teilnehmer im Einzelnen:

Klaus (31), Teamchef Benztown-Beduinen 01:
Während des Studiums hatte ich mich bereits an ein Leben mit Fahrrad und ohne Auto gewöhnt . Im späten Alter von 27 wurden dann doch 4.000€ Penunsen in einen ferrariroten Golf 3 investiert. Dieser diente fortan nicht nur als zuverlässiges Fortbewegungsmittel und brachte mich z.B. bis nach Sarajevo, sondern auch als gemütliches Nachtlager.Kernige Road-Trips sind genau mein Ding. Nach der Trans-Sibirischen Eisenbahn, dem Highway 1, der Route 66 sowie der Via Baltica, nun also 6.000 Kilometer nach Arabien. Warum nicht? Meine Rolle bei der Rallye? Definitiv nicht die des Mechanikers! Aber den brauchen wir ja auch nicht – wir fahren ja mit zuverlässigen Benz Klassikern. Kartenlesen kann ich auch nicht besonders gut. Um also meinen Beitrag innerhalb des Teams auf den Punkt zu bringen: NISCHT – aber immerhin die Idee stammte von mir…

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1978 W124, 300 TE Kleine Batterie, nicht funktionierendes Schiebedach, 8 fach bereift, lässiger Fahrer und Beifahrer
Christoph Christoph G. (32), Stuttgart, Teamchef Benztown-Beduinen 02
Christoph faehrt ausgesprochen gerne Auto und ist darueberhinaus einer der besten Autofahrer die er kennt – weitere Talente in Sachen Fortbewegung auf dem Landweg sind den Fotos zu entnehmen. Insofern war er schon klar als Benztown-Beduine qualifiziert, als die Idee vor etwa 5 Jahren im fernen Hong Kong aufgekommen ist. Das jetzige Einsatzfahrzeug war zu diesem Zeitpunkt schon 4 Jahre lang in seinem Besitz.Seither ist das Vorhaben ist gereift wie der W124 zum Youngtimer-Status und kommt nun endlich zur Umsetzung! Christoph konnte schon in seiner Jugend ausfuehrliche Erfahrungen in der aktiven KFZ Mechhanik sammeln und ist in der Lage den Zylinderkopf eines Mofas zu tauschen sowie Vergaser aufzuboren. Der Transfer auf den 124er war nie notwendig und wird das auch nicht sein – der 124 ist ja perfekt wie er ist! Dennoch wird Christoph die Rallye nicht ohne eine Rolle feinsten Blumendraht antreten, denn damit kann man ja bekanntlich alles reparieren. Hoffentlich auch an Autos.

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1990 W124 Getriebe automatisch 4-Gang, Fensterheber elektrisch vorn, Fensterheber elektrisch hinten, Klimaanlage, Radioantenne elektrisch, Batterie mit groesserer Kapazitaet, 400W Amp, iPod faehiges Radio.
Dirk Dirk S. (34), Stuttgart
Den Stern habe ich quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen, da ist es kaum verwunderlich, dass ich  mittlerweile auch beim Daimler schaffe, als echter Trucker. Daher kam natürlich für dieses Abenteuer auch kein anderes Fahrzeug in Frage. Wir haben uns für einen schön schnurrenden 6 Zylinder 300 TE entschieden – natürlich das Flagschiff in unserer Flotte, denn Hubraum ist bekanntlich nur durch mehr Hubraum zu ersetzen… Wir suchen nur noch einen Anhänger, denn das Kamel kommt mit zurück nach Stuttgart.Meine Rallye-Erfahrungen als Selbstfahrer sind bisher begrenzt, jedoch habe ich schon zahlreiche Wüstentouren hinter mir. Ich erinnere mich noch gerne an die Tour durch die usbekische Wüste zur Oasenstadt Chiwa. Zum Glück hatten wir Geronimo am Steuer, der uns souverän ans Ziel gebracht hat.  Für mich ist die Rallye ein echtes automobiles Abenteuer und absoluter Traum endlich mal einen Roadtrip mit einer geilen Kiste in den Mittleren Osten zu unternehmen.

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1975 Harz Six pack

 

Walthi Walther R. (31), Stuttgart
Ich habe mit und im Auto schon viel erlebt, über was es an dieser Stelle aber nicht statthaft wäre, zu berichten. Gelernt, so viel kann ich aber sagen, habe ich Autofahren beim Fahrradfahren. Da ich meinen ersten Polo bald nach Inbetriebnahme bei äußerst schwierigen Straßenverhältnissen und nach erheblichen technischen Problemen im Ansaugbereich des Luftfilters gezielt unter das Heck eines 30-Tonners Esso-Tanklastzugs am Leonberger Dreieck gesetzt habe, musste ich mich während meines Studiums mit nur zwei Rädern zufreiden geben. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Ein Glücksfall. Denn: Eine bessere Schule gibt es nicht, um das Olymp automobilen Grenzgängertums zu erklimmen. Und weil ich weiss, dass ich aufgrund meines fahrradfahrerischen Erbes über einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den meisten anderen Rallyeteilnehmern verfüge, lag es nahe mein Können bei einem der letzten automobilen Abenteuer der Neuzeit unter Beweis zu stellen. Zusammen mit meinem W-124-Nebensitzer Christian G. – ebenso wie ich ein Ass im veloesken Grenzgängertum – und unserem Teamchef mit dem Daimlerstern im Blut, bin ich deswegen zuversichtlich entlang der rund 6000 Kilometer langen Rallye-Strecke der Allgäu-Orient zu Höchstform aufzulaufen. Nun denn!

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1992 W 124, Kombi, 2,3-Liter-Maschine (man sagt der beste Motor der Baureihe) Vier obenliegende Nockenwellen mit Drehstromvergaser. Abgeplattetes Windnock im Bereich der äußeren Ansaugstutzen. Mc-Pherson-Federbeine ganzseitig. Kers-Booster auf Rückbank verdübelt. Doppelte Turboaufladung des axial geschraubten Zylingerpaares zur Drehmomentsteigerung im hochtourigen Lastbereich. Fahrwerksgeometrie werksseitig nach Mekka ausgerichtet. Kein Casettenradio als Sonderausstattung. Noch keine Getränkehalter.
Manuela H. (28), Stuttgart
Schon im süßen Alter von 3 Jahren konnte mir die Fortbewegung nicht schnell genug gehen: Meine ersten Versuche mit dem Dreirad die Treppen runterzufahren endeten allerdings mit einigen blauen Flecken und Augen. Gelernt habe ich daraus nichts – mit 18 wurde neben dem Auto-Führerschein direkt noch der fürs Motorrad gemacht. Auch das Wissen weder ein Motorrad zu haben noch kaufen zu wollen konnten mich von diesem Vorhaben nicht abbringen.Bei meinem halbjährlichen Neuseelandaufenthalt nach dem Abitur sammelte ich dann nicht nur erste Fahrpraxis – die Zeit dort weckte auch meine Reiselust. Ob mit dem Bus durch Südamerika, mit dem Auto von Stuttgart nach Bosnien, mit dem Segelboot nach Korsika oder mit dem Zug in China….

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1985 200 TE Schneeweiß – mit Katze im Motor
Christian G. (32), StuttgartIch fahre gerne Fahrrad…oder Mountainbike…man könnte auch Radwandern dazu sagen…Also auf den 2m breiten Wegen, auf denen andere lieber wandern ;o) Weil ich davon nie genug kriegen kann, bin auch schon mal eine Nacht lang SchlaflosImSattel unterwegs. Dunkel, kalt und hart! Alpenüberquerungen, Bikeparks und der Trail vor der Haustür sind Programm!Wie jetzt? Kein Benzin im Blut, oder was?Oh leck! würde der Saarländer sagen! Unn do hätter Rescht! Beim Pälzer Buwe finnd sisch do höchschtens Diesel. Genauso wie in seinem treuen Bett-o-mobil aka Caddyleck. Diesel für die Reichweite, Drehmoment für die Alpenpässe, Laderaum für alles was mit muss.Also, doch ein Autoliebhaber?Kann man wohl sagen! Zumindest solange sie rot sind! Warum? Naja, in der Regel sind sie sehr schnell, wendig oder man kommt mit ihnen bei Rot über die Ampel! Und da es rote Autos in allen Größen und Formen gibt, habe ich schon viele ausprobiert ;o)Zusammengefasst:Zwölf Tage schlaflos am Steuer? Wenn überhaupt, dann im Auto pennen? Als Erster im Ziel sein?
Allgäu-Orient-Rallye 2010, ich bin dabei!

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1977 Pälzer Beherrscht Hochdeutsch, gelegentlich…
Pascal G. (34), Berlin
Das Reisen mit dem Auto ist für mich die schönste Art der Fortbewegung und des Erlebens. Sei es zwei Monate mit dem Auto durch Indien (gut: da hatten wir einen einheimischen Fahrer) oder alleine von Kiel nach Barcelona in zwei Tagen. Selbst nach einer 30-Stunden-Nonstopfahrt in einem MB 508 durch Norwegen war es nur die Angst vor dauerhaften Gehörschäden, die mich zu einer Pause gebracht hat. Und so kann ich heute stolz von mir behaupten, die Straßenverbindung zwischen Tarifa und den Lofoten lückenlos befahren zu haben. Als Nestor der Benztown-Beduinen bin ich allerdings überzeugt, dass meine Mitfahrer diesen riesigen Erfahrungsvorsprung durch Begeisterung und durch positiven Einsatz ihrer jugendlichen Selbstüberschätzung einigermaßen wettmachen können.Mein eigenes Auto habe ich letztes Jahr aus dem Dienst entlassen müssen und bisher kein neues eingestellt. Das ist zwar konsequent für jemanden, der theoretisch auch zu Fuß zur Arbeit gehen könnte – aber die Wahrheit ist, dass diese Art von kaltem Entzug einem passionierten Autofahrer nicht gut tut. Da hilft auch das Taxi auf dem abendlichen Heimweg nichts. Die Rallye Allgäu Orient dürfte perfekt sein um die versäumten Kilometer nachzuholen. Sie ist die konsequente Ausbaustufe meiner Autofahrerbiographie, meine autolose Zeit nur die Atempause vor einem der letzten automobilen Abenteuer Europas. Ich bin gespannt, ob ich mir nach der Rallye gleich wieder ein Auto kaufe, oder ob ich so gesättigt sein werde, dass ich danach weiter abgasfrei durch den Alltag will. Sollte letzteres eintreten, nehme ich diesen Sommer einfach unser Kamel.

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1990 W124 es fehlt immer noch die Mittelarmlehne vorne

 

Konstantin D. (27), Nürnberg
Als stolzer Besitzer eines roten italienischen Bolliden (Marke: Fiat; Typ: Panda; zweistellige PS-Zahl!) weiß ich natürlich, wie man sich in extremen Fahrsituationen zu verhalten hat. Langstreckenerfahrung kann ich zudem durch meine jährlichen Trips mit dem Kfz nach Griechenland sowie einer im Jahre 2004 gefahrenen Europatour nachweisen. Auch wenn die letzte große Tour mit zwei Überfällen, zwei Unfällen und bis heute zu tilgenden Alimentenzahlungen endete, freue ich mich auf dieses Abenteuer. Daher ist unser Motto: Bring the camel home!!? Äh verdammt, was will ich eigentlich mit einem Kamel? Egal, let there be rock!!!

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1984 Grieche Europameister 2004

 

Sebastian (l.) und Michael (r.) Michael:
Meine Autofahrer-Karriere habe ich mit einer Trabant Limousine 601 Baujahr 1978 gestartet. Das treue Stück hat mich im Windschatten diverser Lastschlepper durch halb Europa gebracht so weit die Gemisch-Spezialmischung eben gereicht hat. Leider hat uns dann die Polizei gemeinsam mit dem TÜV irgendwann wegen diverser technischer Belanglosigkeiten auseinandergebracht. Nun solls ein deutlich jüngerer Benz bringen, der allerdings noch bei seinem Verkäufer auf seine Erlösung wartet

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1988 114/115 200D/8 Lenkrad und Auspuff

 

Sebastian alias Sepp:
Zum Rallyestart werde ich 12128 Tage alt sein. Bis dahin hoffe ich in Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu bleiben, denn auch beim Radfahren habe ich schon Punkte gesammelt. Bis auf den fahrtüchtigen Untersatz, den es noch zu erwerben gilt, fehlt nicht viel um in Amman anzukommen.
Unfallerfahrungen, ob schuldig oder nicht, liegen auch vor, so dass man hinterher auch den Rest der Strecke laufen, mit dem Fahrrad zurücklegen oder einfach in der Gegend rumstehen könnte. Also immer die Ruhe bewahren und mindestens 1. werden.

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1988 114/115 200D/8 Lenkrad und Auspuff

 

Henriette T. (27), Dresden/Stuttgart
Normalerweise ist mein Fortbewegungsmittel No.1 die städtische U-Bahn jedoch habe ich nicht nur Benzin im Blut, sondern auch das Rallye-Gen geerbt.
Die ersten Rangierübungen absolvierte ich bereits im Alter von 5 Jahren auf dem heimischen Hof mit Papas Militär-Rennpappe. Kurz darauf folgten begleitete Autobahneinsätze teils schneller als die Polizei erlaubt, die sicherlich die Frage ob und seit wann ich einen Führerschein habe, gar nicht erst aufkommen lassen. Rischtisch – mit Erlangen der Volljährigkeit.
Im Gegensatz zu dem ein oder anderen Team-Mitglied – siehe hierzu bitte die Aussage des Teamchefs der Benztowners01 Klaus – verfüge ich, ganz dieser kaum ausgeprägten weiblichen Eigenschaft zum Trotz, über gutes Orientierungsvermögen und bin darüber hinaus auch im Stande Kartenmaterial (in nicht-kyrillischer Schrift) zu deuten.
Das heißt Begriffe wie Nord, Süd, West und Ost sind mir nicht fremd, da ich, aus dem Osten kommend (…Dresden, meine Heimatstadt ich grüße Dich…) den Weg nach Stuttgart unbeschadet, ohne fremde Hilfe und auch ohne Umwege (ganz wichtig bei einer Rallye!) fand.
Auch bin ich bereits Roadtrip erfahren und kann mit Stolz behaupten, wer es schafft in italienischen Großstädten sowohl Übersicht als auch Kontrolle über Straßenverkehr und Fahrzeug zu behalten und das mit einem Maximalpuls von 90/60 ist wohl für ein Abenteuer wie dieses wie geschaffen.
Also auf, holen wir das Kamel in die baden-württembergische Hauptstadt!

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
1985 124er 200TE Sieht man auf den ersten Blick!

 

Frank V. (28), Ribnitz-Damgarten
Opa, seines Zeichens Fluglehrer und Lehrer für Werken a. D. schärfte die Sinne seines größten Enkels für alles was einen Motor hat. So wurde auch in jungen Jahren eine Simson S50 (nicht zu verwechseln mit dem Essigpisser von Vaddi) angeschafft und die hohe Kunst des Schwarzfahrens erlernt. Im Try and Error-Verfahren wurden hier klassische Tuning-Massnahmen (große Vergaserdüsen, Kanäle polieren, elektronische Zündung…) durchgezogen, die nicht selten im „Möfti-Nach-Hause-Schieben“ endeten. Vom regulären 18. Lebensjahr bis zum gefühlten 18. Lebensjahr, also jetzt, hat der nordöstlichste Beduine acht verschiedene Personenkraftwagen besessen. Hier galt meist die Massgabe „Da kommt was Grosses, der muss wech!“ Dazu zählen nicht die Totalzerstörungen eines Golf III 1,6 ,hier war die Strasse abrupt alle, und eines Citroen ZX 16V, welcher der Stossstangen-Massivität eines Ford Transit gewahr wurde. Das wichtige verhandlerische Rüstzeug für die Rallye gabs als kostenlose Lehrstunde von fliegenden Teppichhändlern bei den diversen PKW An- und Verkäufen.

Baujahr: Baureihe: Sonderaustattung:
ca. 09. Nov. 1989 W124T MOPF1 mit mindestens M103 inside Da müsst Ihr den Griechen fragen!
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